26
Sep
2005

Rentengenuss

"Heute vorsorgen- geniessen Sie später."

[Satz im Werbespot einer Sparkassen-Altersvorsorge]

Wann leben wir eigentlich? Morgen oder heute?!
Heute darben und sparen, und später die Rente geniessen? Wenn ich dann noch lebe?! Wenn nicht? Pech gehabt?!
Es wäre aber auch allzu verwerflich, heute zu geniessen und Spass zu haben.

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http://gedankenspiele.twoday.net/stories/1008135/modTrackback

Raducanu - 27. Sep, 02:03

Ach, so verbissen darfst Du das nicht sehen. Mit dem zur Vorsorge eingesetzten Geld wird doch schon heute gelebt, die Finanzbranche tut dies. Das ist wie an der Börse. Das Geld, das man dort verliert, ist ja nicht weg. Es hat dann bloß ein anderer. ; )
Spaß beiseite, Werbung von Finanzdienstleistern ist immer ekelhaft.

chaetzle - 27. Sep, 08:01

Du hast ja Recht. Börsen- und Versicherungsmakler wollen schliesslich auch leben und verdienen. Und einen Porsche fahren. Sollen sie ihr Geld bekommen. Aber nicht meines.
SternchenJG - 27. Sep, 06:58

Das wird ja langsam immer abartiger...

Ich seh es ja bei meiner Chefin, kurz vorm lang ersehnten Ruhestand stirbt sie einfach. Und hat NICHTS von ihrer Rente und dem ganzen. Der beste Freund des Staates und der Finanzdienstleister. Tritt mal ab, bevor Du was bekommst und tu was für Deutschland. Denn (gemäß neuer Werbung für Deutschland - seit gestern am Start): Du bist Deutschland...

chaetzle - 27. Sep, 07:59

als Selbständige(r) hat man den Vorteil, nicht in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen zu müssen. Da bin ich ganz froh drum. Bis dato habe ich noch nicht einmal eine private Altersvorsorge abgschlossen. Ist das leichtsinnig?
Viele versuchen, Angst zu machen. "Du musst einzahlen- später bist du mal froh drum". Bin ich das wirklich? Was kommt da an Geld noch raus? Gibt es bis dahin überhaupt noch eine Rentenkasse? Gibt es unser Land in der jetzigen Form noch? Der Staat (miss)wirtschaftet sowieso mit den Rentengeldern. Die Rentenkasse ist der grösste Betrug aller Zeiten.
Ich finde es schlimm, wenn mit Angstmache Geld verdient wird. Und das geschieht im Versicherungswesen. Die meisten Versicherungen sind so unnötig wie ein Kropf. Wie sollen wir das Leben versichern? Das ist ein Widerspruch an sich. Das Leben wäre nicht das Leben, könnte man auf Sicherheiten bauen.
chaetzle - 27. Sep, 08:04

Du bist Deutschland. Den Spot habe ich gestern Abend auch mit einem Auge angesehen. Auf einer Art hat die Werbung doch recht. Die Deutschen besitzen keinen (oder kaum) Nationalstolz. Jede andere Nation hat ihn. Jeder Franzose ist stolz auf sein Land, jeder Ami, jeder Schweizer. Nur der Deutsche hat Probleme damit. Vielleicht sollte man die Vergangenheit einmal ruhen lassen??!

"Du bist von allem ein Teil. Und alles ist ein teil von dir", "du bist die anderen"--- Immerhin haben sie erkannt, dass es Hologramme gibt. Dass es keine Grenzen gibt, keine Trennung. Alles ist eins.
Q-fleck - 27. Sep, 08:14

Das ist so ein Quatsch, Du bist Deutschlan pff!
Ich hab den Spot selbst zwar nicht gesehen, aber wenn auf der Seite dann steht: DU bist Albert Einstein oder DU bist Guenther Jauch... das ist doch der totale Schwachsinn.

Und auch STOLZ fuer sein Land (egal welches) zu empfinden ist fuer mich quersinnig. LIEBE, ja, klar. Aber Stolz sein impliziert doch immer eine eigene Leistung, selbst etwas dazu beigetragen haben... und wer tut das schon, zu seinem Land etwas beitragen.. dafuer ist ein Land viel zu komplex und gross.

Q-fleck
chaetzle - 27. Sep, 08:33

Du bist nicht albert einstein, logischerweise. Aber du bist du. Und du bist Teil eines grossen Ganzen. Und jedes Teil hat eine Aufgabe.
Und der Werbetext (das Manifest) sagt es schon richtig: wenn alle nur meckern, jammern und maulen, kommt Deutschland nicht weiter. Wenn du denkst, dass wir nichts tun können, weil das Land zu komplex und gross ist, so ist das ein Fehler. Nimm eine grosse Maschinenalnlage. Fehlt da ein kleines Rädchen liegt die ganze Maschine still, oder bringt Fehlleistungen. Jeder ist wichtig im grossen Ganzen.
Dass unsere "Führung" leider momentan eine Fehlbestzung ist- das ist ein anderes Thema. Und ich hoffe, das wird sich bald ändern. (aber auch da muss man sagen: jeder einzelne hat dazu beigetragen, dass es so ist)
Die Menschen neigen dazu, sich alles vorkauen zu lassen. Sie vermeiden Eigenverantwortung. Andere sollen tun, sollen bestimmen. wenn etwas schief läuft, ist es leicht zu sagen: "der andere ist schuld."
(s.auch bei Sachsenpaule: http://hinzider.twoday.net/stories/1008340/ )
Wie soll ein Land funktionieren, wenn der einzelne nicht funktioniert? Sich nicht verantwortlich fühlt? Wegschaut? Hintenrum meckert und lästert?
Jeder sollte bei sich selbst beginnen. Ändere dich selbst, und alles wird sich ändern. Man kann nicht von anderen erwarten, dass sie sich ändern. Fange bei dir an.

Du hast Recht mit dem Stolz. Stolz ist eigentlich negativbehaftet. Vaterlandsliebe ist besser. Danke.
saintphalle - 27. Sep, 13:36

Das Blöde ist, dass man machen kann, was man will, im Zweifelsfall ist es doch verkehrt. Wenn ich jetzt alles Geld mit vollen Händen ausgebe und mit Ende 50 tot umkippe, hab ich alles richtig gemacht. Aber wenn ich mit 90 immer noch lebe, dann habe ich ohne eigene Vorsorge ein großes Problem. Dann muss ich nämlich im Armenhaus mit zehn anderen Leuten auf einem Zimmer hausen, ohne medizinische Versorgung und unter grausigen hygienischen Bedingungen.
Allerdings wird dieses Schicksal den meisten Menschen meiner Generation blühen, da wir alle keine staatliche Rente kriegen werden, aber auch nicht genug verdienen, um uns ein wirklich sicheres Polster schaffen zu können.
So gesehen kann man sich das mit dem Sparen also vermutlich wirklich schenken.

moccalover - 29. Sep, 08:56

Werden nun Kinder als Altersvorsorge wieder Mode?

chaetzle - 29. Sep, 09:01

auf die Kinder kann man sich am wenigsten verlassen. Da ist ja die Rentenkasse noch sicherer.
Grossfamilien- alle Generationen unter einem Dach- sind out. Früher war das einfach. Da wurde die alte Omi zuhause gepflegt, bis sie in ihrem eigenen Bett verstorben ist.
wvs_at_re-actio.com - 30. Sep, 00:54

Ist es nicht ....

bedauerlich, wenn "Familie" nicht mehr bereit ist, sich der Vorgeneration anzunehmen? Schließlich haben die Eltern und Großeltern für deren Heranwachsen, die Ausbildung und sorgenfreie Umgebung gesorgt .... soll denn wirklich der Volksmund Recht behalten, wenn er sagt:
"Eine Mutter kann zehn Kinder ernähren - aber zehn Kinder keine Mutter!"

Zu der Ausgangsfrage:
Ich schlage einen Kompromiß vor. Zahlen Sie in eine Lebens-Versicherung ein Drittel dessen ein, was Sie für die gesetzliche Rentenversicherung zahlen müßten, in eine Risiko-Lebensversicherung die Differenz zu 1/2 des Rentenversicherungsbeitrags (also 1/6). So sichern Sie das - wegen niedrigen Lebensalters - größere Risiko "Tod" ab, sorgen aber gleichzeitig für langfristigen Absicherungsbetrag. Und bei einer Lebensversicherung können Sie verhindern, daß ihr Geld "futsch" ist, denn wenn der "Erlebensfall" nicht eintritt, bekommt mindestens ein Begünstigter das Geld .... nichts zurückzulegen ist mehr als fahrlässig und dafür gibt es nie gute Gründe!
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