gedichte&gedanken

11
Nov
2005

Leben

Momentan habe ich das Gefühl, nur aus Kopf zu bestehen. Ich denke, also bin ich. Völlig falsch. Wo bleibt das Leben? Denkst du noch, oder lebst du schon?
Ich finde es abscheulich. So viel zu tun, soviel geht mir im Kopf herum.
Das will ich aber nicht. Ich weigere mich. Aber es holt mich immer wieder ein.
Keine Nacht schlafe ich durch. Teilweise liege ich stundenlang wach. Habe Angst. Vor was? Vor dem Leben?
So kann´s zumindest nicht weitergehen. Ich freue mich auf Weihnachten- nicht den Konsum drumherum- sondern die Ruhe, die Besinnlichkeit, das Verlangsamen. Ich freue mich auf das Ende diesen Jahres. Dieses Jahr war hart. Es gab viele schwere Stunden zu erleiden, aber auch schöne Begegnungen durfte ich haben.
Trotzdem: neues Jahr neues Glück. Vorne anfangen. Auch wenn das ein Trugschluss ist. Letztendlich geht das Leben auch ohne Kalendertage weiter. Ein ewiger Strom Zeit, Erfahrungen, Begegnungen, Freude und Leid.
Aber neugierig bin ich schon. Und voller Hoffnung. Auf bessere Zeiten.

8
Okt
2005

Zum Beten

Spreche ich mit Gott, heisst das beten. Spricht Gott mit mir, heisst das Psychose."

Herman van Veen auf der "Hut ab" Tour

8
Aug
2005

Quand j´ai peur de tout

Eines meiner Lieblingslieder von Patricia Kaas:

Des enfants qui s'élancent
Une même apparence
Des éclats de soleil
Des rayons d'innocence
Avant la prudence
Avant la malchance
Des enfants pareils
Y a-t-il un sort, un signe
Est-ce un doigt qui désigne
Celle ou celui qui va
Renoncer pas à pas
Comment, qui sont-ils
Ces gens trop fragiles
Qui ne savent pas

Vivre, quand tout lâche,quand tout casse, quand tout clash
Quand tous les blues ont sali ta raison, ta maison, tes saisons
Quand tout est sombre, plus rien n'est doux
J'ai peur de tout

Si ma vie je l'invente
Légère et insouciante
Je les croise au hasard
Dans les rues dans les bars
Fatigués, dociles
Ailleurs immobiles
Je ressens tout ça, tout ce froid
Cette intime fracture
Cette lézarde au mur
Je le sais, elle est là
Toujours au fond de moi
Et parfois, je coule
Comme une pierre qui roule
Qui roule si bas

Vivre quand tout lâche, quand tout casse, quand tout clash
Quand tous les blues ont sali ta raison, ta maison, tes saisons
Quand tout est sombre, plus rien n'est doux
Quand j'ai peur de tout

Si j'avais pu m'enfermer dans tes bras
M'enfermer, me protéger
Mais où es-tu dans ces moments-là
Qui pourra m'apaiser ? Oh ...

Vivre, quand tout lâche, quand tout casse, quand tout clash
Quand tous les blues ont sali ta raison, ta maison, tes saisons
Quand tout est sombre, plus rien n'est doux
J'ai peur de tout
J'ai peur de tout, si peur de tout, si peur de...
Tous les blues ont sali ta raison, ta maison, tes saisons
Quand tout est sombre, plus rien n'est doux

Et parfois quand je coule
Comme une pierre qui roule
J'ai peur de tout
J'ai peur de tout ... j'ai peur de tout

23
Jul
2005

Schwarze Löcher

Unser Leben besteht aus Mosaiksteinen. Viele bunte Steine, die in allen nur erdenklichen Farben erstrahlen.
In so einem Mosaikbild gibt es auch viele schwarze Steine. Schwarze Löcher. Schwarze Löcher, die wir nicht sehen wollen, oder womöglich auch nicht sehen können. Nicht sehen wollen, weil sie uns weh tun.
Schwarze Löcher haben es an sich, alles aufzusaugen, alle Energie verschwindet in ihnen.
Negiert man diese Löcher, so ist das unsinnig. Sie sind trotzdem da. Zeitbomben.
Negieren heisst auch, zu sagen da ist "nichts". "Nichts" gibt es nicht. "Nichts" gibt es. Auch wenn man an "nichts" glaubt, glaubt man an etwas. Und gibt diesem Energie und Macht.
"Nichts" trägt in sich vielleicht die stärkste destruktivste Energie überhaupt.
Also sollte man sich gerade diesen schwarzen Löchern widmen. Sie zuerst einmal akzeptieren. Den Status quo. Akzeptieren heisst nicht, sich dem Schmerz oder Leid ergeben, sich fügen. sondern es heisst, zu sagen: "o.k., es gibt diese schwarzen Stellen. Es ist geschehen was geschehen ist, ich bin wie ich bin. Und das ist gut so.- In welcher Form auch immer." Dadurch gibt man einen Sinn in das ganze. Die schwarzen Löcher verlieren an Macht und Schrecken. Sie bekommen Farbe.
Schwarze Löcher gehören zu unserem Leben. Erst durch sie wird unser Mosaikbild vollkommen.
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Steht man auf dem Gipfel eines Berges, hat man einen grandiosen Ausblick. Einen Überblick über alles, was darunter liegt (sofern der Schleier des Nebels gefallen ist).
Genauso verhält es sich mit Schmerzen aller Art. Irgendwann hat man den Gipfel des Schmerzes erreicht. Dann hat man die Möglichkeit, den Sinn darin zu sehen.
Akzeptiere den Schmerz (oder das Leid, oder was auch immer an vermeindlich "negativen"), und er wird an Stärke verlieren.
"Du musst in den Schmerz gehen, um ihn zu besiegen" heisst ein altes (chin.??) Sprichwort.
Auch Schmerzen gehören zu unserem Leben- wie Freude und Liebe. Sie sind ein Teil von uns.
Kämpfen wir gegen ihn, kämpfen wir gegen uns.
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Mit diesen seltsamen verworrenen Gedanken bin ich heute an diesem schönen und sonnigen Samstag Morgen aufgewacht.

18
Mai
2005

zeit

die zeit fliesst durch die finger....
minuten werden zu stunden, stunden zu tagen, tagen zu wochen
und schon ist ein jahr dahin...
und trotzdem ist die zeit ein stillstand- ein innehalten.
um mich geschieht- um mich ist aktion...
aber ich stehe hier und betrachte, beobachte- mich meine umgebung..
nichts verändert sich und doch alles.. alles ist im fluss.
ich sehe ich höre ich fühle, und bleibe doch passiv. lasse geschehen. ich bin die gleiche wie immer. ich bin ich. und doch nicht... und doch verändere ich mich.. von minute zu minute.. bin jetzt nicht mehr die, die ich vor einer stunde war.
was bleibt? bleibt mein innerstes? mein wesen? was geschieht mit mir? was geschieht mit uns? Quantensprünge?
gibt es einen verlass? der verlass, dass ich bin. der verlass, dass alles sich verändert.
was bleibt uns im leben? wir uns selbst... wir sind immer alleine.. obwohl milliarden menschen auf diesem erdball leben.
das reduziert uns auf das wesentliche.. auf unsere person (wobei "persona" maske bedeutet- bin ich eine maske? eine maske auf meiner seele- eine maske, die sich der umwelt präsentiert?)... jeder ist für sich der wichtigste mensch.. "liebe deinen nächsten wie dich selbst".. [will heissen, wenn du dich nicht selbst liebst, kannst du auch andere nicht lieben]... alles was bleibt bin ich.. im wandel der zeit... was ist schon "zeit"?? wir bestehen ewig.. die zeit ist von menschen erdacht.. und hat sie in einen käfig gesetzt... ein gefängnis ohne entrinnen.. oder gibt es doch eine möglichkeit zur flucht? ich glaube schon.. im jetzt sein.. das türchen zur freiheit.. warum sich also gedanken zur zeit machen? das hiesse der zeit macht geben..

6
Mai
2005

alleinsein

alleinsein-
sich selbst aushalten
sich selbst lieben lernen
in sich gehen
die stille hören
sich erkennen
ist sich selbst lieben
sich selbst fühlen
ängste spüren
sie überwinden
schweigen
die ruhe geniessen
sich verstehen
sich [ge]dulden

nur wer mit sich selbst alleine sein kann,
kann mit anderen sein.
nur wer sich selbst liebt,
kann andere lieben.

dies ist freiheit.
in sich frei sein.

[alleine sein ist ein geschenk, eine chance, die es zu nutzen gilt. sich selbst etwas gutes tun. sich selbst als wertvoll zu empfinden.]

27
Apr
2005

lass mich sein

ach,
lass mich sein
wie ein felsgestein so dauerhaft und fest

lass mich sein
wie ein baum
so tief verwurzelt und standhaft

lass mich sein
wie ein stern
ein jeder für sich so einzigartig

lass mich sein
wie das wasser
sich ewig ergiessend

lass mich sein
wie die blume im feld
bereit in schönheit zu erblühen

lass mich sein
wie ein vogel
frei aufschwingend sich tragen lassend

lass mich sein
wie die sonne
den lebewesen wärme spendend

lass mich sein
wie die erde
die gebiert und nährt

lass mich sein
wie der mond
sich ewig erneuernd

lass mich sein
wie die jahreszeiten
immer wiedergeboren sich verändernd

lass mich sein
wie ein junges kätzchen
unbeschwert und verspielt

lass mich teil deiner göttlichkeit sein
lass mich leben
lass mich SEIN.

21
Apr
2005

deine hand

für petra, mum, und manch andere liebe menschen in meinem leben...

deine hand hinterliess eine spur in meiner hand,
ein zeichen in meinem herzen, ein brandmal in meiner seele.
deine hand gab meinem leben einen sinn.
am tag, da meine hand deine hand ergriff,
fühlte sie den puls des lebens
und empfing freundschaft und harmonie,
das, was gott ihr gegeben,
und was sie gott gegeben,
das wissen vom menschen.
am tag, als du mir deine hand reichtest,
gab ich dir die meine und damit zugleich mein herz.
aus deiner hand empfing ich das heilmittel,
das ich überall vergebens gesucht hatte.
am tag, da du mir deine hand gabst,
habe ich erfahren, dass es nichts größeres gibt
im leben des menschen als die liebe.
ich habe deine hand an mein herz gelegt,
damit sie das echo meiner seele vernimmt.
deine hand hat die tiefen
und geheimnisse meiner seele erfasst.
deine hand fühlt, dass sie in meiner seele ein echo findet
und dass das einverständnis unserer herzen
seinen ursprung im ewigen hat.

von: simon yussuf assaf

16
Apr
2005

das herz ist ein einsamer jäger

das herz ist ein einsamer jäger
auf der suche
nach trost und wärme
getrieben
von einem verzweifelten
hunger
in einem besseren morgen zu
erwachen
erstarrt
in angst
sich selbst zu verlieren-
gelähmt
durch das richtig oder falsch
das es nie gelernt hat zu unterscheiden
verborgen
verloren
hinter einer maske
lebt es
von tag zu tag.


anmerkung: der titel "das herz ist ein einsamer jäger" ist auch ein roman von carson mc cullers.

9
Apr
2005

ich werde , die ich bin

ich habe gelacht, ich habe geweint,
war arm, war reich,
ich habe geliebt und wurde geliebt,
ich bin priesterin, heilerin, hure- bin frau,
ich bin gestorben, bin geboren,
das rad dreht sich,
ich habe menschen kommen, hab sie gehen sehen,
ich habe getötet, habe gequält,
war retterin,
ich bin geflogen und gefallen,
ich war einsam, war der welt entrückt,
ich bin geflohen,
bin nie angekommen,
immer auf der reise,
stufe für stufe,
zu mir,
bin mir nah,
manchmal so fern,
ich werde, die ich bin,
sehe gesichter, sehe die spiegel
sehe mich,
erkenne,
möchte weglaufen,
und werde doch immer eingeholt,
ich lerne und erfahre,
kenne die wahrheit, tief drinnen,
in mir,
verschüttet und doch frei,
sehe die größe, sehe das unermessliche,
will leben, will lieben,
bin stolz und demütig,
ich kämpfe und verliere,
verlust, der keiner ist,
ich ergebe mich und gewinne,
weil alles gewinn ist,
ich werde, die ich bin,
lasse los, lass mich gehn,
um mich zu finden,
die ich doch schon bin,
werde geführt,
manchml sanft und machmal hart,
ich war blind, war taub, war sprachlos,
habe geschrien vor schmerz,
war stumm vor schmerz,
ich war lüstern, war keusch,
war bekannt und vergessen,
habe viel verloren und noch mehr gefunden,
ich habe viel gesehen, und habe die augen davor verschlossen,
ich werde, die ich bin.
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