geistesleben

7
Aug
2007

Grundlegende Wahrheiten

Er nahm noch einen Schluck Kaffee.
Der zweite war nie so gut wie der erste.

26
Jun
2007

Absitzen

Wer kennt das nicht: man ist am Arbeitsplatz oder in der Schule, und schaut alle Augenblicke auf die Uhr, nur um zu sehen, dass lediglich wenige Sekunden vergangen sind. Die Zeit kriecht. Man möchte zum Ende kommen, heim gehen, etwas neues machen. Aber keine Glocke verkündet das Ende der Schulstunde.



Dieses Gefühl habe ich oft global auf mein Leben gesehen. Ich habe das Gefühl, meine Zeit hier auf der Erde abzusitzen. Das Leben kommt zu keinem Ende. Die Wochen ziehen zwar ins Land, aber sie vergehen sehr gleichförmig. Die gleiche Arbeit. Fast immer die gleichen Menschen, die gleiche Umgebung, Die Stadt, das Haus, die Praxis. Ein linearer Ablauf. Aber kein Ende in Sicht.
Wäre es besser, sein Ende zu kennen? (nicht das "Wie ende ich"- sondern das "Wann") Man könnte sich die Zeit einteilen, sie sinnvoller nutzen. Sie wäre absehbar.
aber nein, man würde sich auch in diesem Fall zuviele Gedanken machen, wäre unzufrieden. Egal wie- so wie es ist, ist es nie richtig.
Also weiterhin Geduld und der Dinge harren, die da kommen.

8
Okt
2005

Wünsch dir was!

Gebete sind Wünsche aus tiefstem Herzen.
Auf dieser Webseite kann man sich registrieren, um Wünsche in Erfüllung gehen zu lassen.
Eine schöne Idee. Finde ich. Auch auf die Gefahr hin, dass ich wiedermal in die Esoterikschublade gesteckt werde...

21
Sep
2005

Verblödungslehre

"Bequemlichkeit macht blöd."
(Zitat eines Hirnforschers)

Das menschliche (und auch tierische) Hirn bildet sich zurück, wenn es nicht gefordert wird.
Laut dem Hirnforscher sind es gerade Probleme, vor die Mensch und Tier gestellt werden, die das Hirn fördern. Problembearbeitung lässt das Hirn wachsen- es werden nicht nur neue Synapsen gebildet, nein, auch die Masse erweitert(e) sich im Laufe der Evolution.
Aber es gibt auch das Gegenteil- das Verkümmern von Hirn. Ein Beispiel ist der Mann, pardon, der Bandwurm. Er besitzt als einzigstes (?) Lebewesen kein Hirn mehr. Er hatte eines, vor langer Zeit. Aber da er in seinem Lebensraum- dem Darm- alles zum Leben vorfindet, das er braucht, muss er sich nicht mehr bemühen. Er hat keine Probleme mehr, keine Herausforderung. Er hat auch keine Feinde (von chem. Parasitenmittel einmal abgesehen), gegen die er agieren muss. So hat er sich in den letzten Jahrtausenden Hirnmasse gespart. Schlau. Hirnmasse kostet die meiste Energie im Körper.
So sollten wir wieder einmal dankbar sein um jedes Problem, das wir haben. Es macht uns schlauer. Menschen, die alles bekommen, alles haben, verblöden mit der Zeit.

Übrigens: Frauen denken tatsächlich mehr. Nachweislich. (ob das, was sie denken immer so sinnvoll ist, sei dahingestellt) Und ja, Frauen denken sogar beim Sex. Im Gegensatz zu den Männern. Auch das wurde in Studien belegt. Das Frauenhirn wird während des Sexaktes vermehrt beansprucht. (ich frage mich, an was die Frauen da so denken??! An Brad Pit, George Clooney, Sean Connery?? Oder womöglich an die Hausarbeit, die sie noch zu erledigen haben??)

8
Sep
2005

Tantra I

Wenn ihr meditiert, entsteht Mitgefühl. Und wenn ihr während des Sexaktes meditiert, werdet ihr euren Sexpartner nicht bloss als Mittel zur körperlichen Befriedigung benutzen.
Wenn ihr beim Sex meditiert, entsteht eine tiefe Freundschaft zwischen euch, weil ihr durch den Partner in "Kommunion" mit der Natur gekommen seid. Der andere hat euch zu einem kurzen Blick in die unbekannten Tiefen der Wirklichkeit verholfen.
Erst wenn Sex meditativ geworden ist, entsteht dieser Duft, der wie ein Hauch zurückbleibt-ein Gefühl, das nicht bloss ein sexuelles Vorspiel ist, sondern Reife, Wachstum und meditative Erkenntnis mit sich bringt. Wenn der Sexakt meditativ wird, empfindet ihr Liebe.
Und diese Liebe ist eine Mischung aus Dankbarkeit, Freundschaft und Mitgefühl.
Diese drei Elemente sind das Merkmal der Liebe.

aus: Tantra, Osho

16
Aug
2005

Geduld

Geduld ist nicht gerade meine Stärke. Und das wird mir immer wieder Dienstagmorgens vor Augen geführt. Denn da habe ich Meditation. Za Zen. Dasitzen und nichtstun. Passiv sein. Versuchen, an nichts zu denken. Die erste Runde zu Beginn bekomme ich meistens ganz gut hin. Bei der zweiten Runde spüre ich leichte Unruhe. Und beim letzten Teil, die letzten 25 Minuten, werde ich innerlich zur Ameise. Ich könnte alles tun, alles nur nicht ruhig dasitzen und nichts tun. Die Unruhe beginnt meist in den Beinen. Ich schiebe sie unter mir hin und her, wackle mit den Zehen. Es kribbelt im ganzen Fuss. Dann werden die Sitzbeinhöcker aktiv. Ich rutsche auf dem Sitz hin und her. Weiss nicht mehr wohin ich das Gewicht verlagern soll. Die Wirbelsäule beginnt zu schmerzen, vornehmlich meine schlecht trainierte Brustwirbelsäule. Ich spüre, wie ich in mich zusammensinke. Der Lotussitz wird zu einer sitzenden Embryonalhaltung.
Danach kommen solche Wahrnehmungen wie: mich kitzelt es in der Nase, oder ich habe was im Auge, oder eine Fliege läuft mir über das Gesicht. Spätestens dann ist das Denken wieder aktiv. Vergessen der Spruch: die Gedankenfetzen an sich vorüberziehen lassen. Aus Gedankenfetzen werden Gedankenbrocken, die zu Bergen werden. Alltagsprobleme schieben sich ins Bewusstsein. Unweigerlich beginnt man, Gedanken zu wälzen. Ich bemerke, dass ich keine Zeit mehr habe. Keine Zeit für was, frage ich mich. Was drängt mich denn immer? Wer drängt mich? Ausser mir, niemand. Und es ist nicht so, dass ich von einem Termin zum nächsten hetze. Ich habe alle Zeit der Welt. Oder doch nicht? Innerlich habe ich sie nicht. Ich bin ständig unter Strom. Diese ständige Unruhe. Es ist manchmal schwer zu akzeptieren, nur dazusitzen und nichts tun zu müssen. Ich bekomme ein schlechtes Gewissen, werde ruhelos. Dieses Gefühl lässt mich erst am Abend los. Dann, wenn ich im Bett liege, oder am Wochenende (aber schon mit dem Gedanken an die kommende Woche).
Hab Geduld mit dir. Und mit anderen. Auch daran fehlt es bei mir. Andere sind mir oft zu langsam. Im Reden, im Denken, im Tun.
Immer wieder werde ich vor Geduldsproben gestellt. Und dann hadere ich mit meinem Schicksal. Aber ich bin ja lernfähig. Und irgendwann- in ferner Zukunft- werde auch ich geduldig sein. Stoische Ruhe wird mein Aushängeschild sein. Komme was wolle.

4
Aug
2005

Täuschung

Enttäuscht wird nur, wer zuvor Erwartungen gestellt hat.

Aber wie kann man dieses Muster durchbrechen?
Man hat doch immer wieder Erwartungen anderen gegenüber (oder sich selbst).

21
Jul
2005

Wirklichkeit?!

"Unsere Wirklichkeit ist eine Mischung aus Trugbildern und Bildern", äusserte er. " Das Trugbild, das Scheinbild existiert wirklich nur in uns, dort wird es zu einer Realität. Der Kampf zwischen Wirklichkeit und Schein wird so auf zwei Ebenen geführt, die einander nie begegnen."
"Darin liegt die Schwierigkeit", fuhr er fort, " in der Beurteilung dieses Scheineffekts und seiner Auswirkungen auf uns. Ein Mensch ohne Scheineffekte oder Illusionen macht einen auf vielerlei Weise leeren Eindruck. Ebenso ein blind glaubender Mensch."


aus: Der fünfte Winter des Magnetiseurs, Per Olov Enquist

19
Jul
2005

Schubladen

Man sagt, Schreibtischschubladen spiegeln das Innere des Schreibtischbesitzers wider.



(Das ist nur der vordere Teil der Schublade)

Es stellen sich mir nun folgende Fragen:
Wie krank und verwirrt bin ich dann?? Welche tiefen Abgründe tun sich in meinem Kopf auf? Bin ich noch zurechnungsfähig? Brauche ich Hilfe von einem Fachmann? Darf man mich noch auf die Menschheit loslassen?

11
Jul
2005

der geist und die materie

Max Planck, Begründer der Atomwissenschaft, schrieb zu diesem Thema:
Als Physiker, als Mann, der für sein ganzes Leben der nüchternen Wissenschaft der Erforschung der Materie dient, bin ich sicher dem Verdacht frei, für einen Schwarmgeist gehalten zu werden. Und so sage ich nach meinen Erfahrungen des Atoms folgendes:
Es gibt keine Materie an sich.
Alle Materie entsteht und besteht nur
durch die Kraft, welche die Atomteilchen
in Schwingung bringt und sie zum
winzigen Sonnensystem des Atoms
zusammenhält.
Da es im gesamten Weltall
weder eine eine intelligente noch
ewig abstrakte Macht gibt-
es ist der Menschheit nie gelungen,
das heiss ersehnte Perpetuum mobile
zu finden-
so müssen wir hinter dieser Kraft
bewussten intelligenten Geist annehmen.
Dieser Geist ist der Urgrund aller Materie
nicht die sichtbare, aber vergängliche Materie
ist das Reale, Wahre, Wirkliche,
denn die Materie bestünde, wie wir es gesehen haben,
ohne diesen Geist überhaupt nicht-
sondern der Unsichtbare, unsterbliche Geist
ist das Wahre.
Da es aber Geist an sich nicht geben kann,
sondern jeder Geist einem Wesen zugehört,
müssen wir zwingend Geistwesen annehmen.
Da aber auch Geistwesen nicht aus sich selbst sein können,
sondern geschaffen werden müssen,
so scheue ich mich nicht, diesen
geheimnisvollen Schöpfer ebenso zu benennen,
wie ihn alle alten Kulturvölker der Erde
früherer Jahrtausende genannt haben:

Gott.

(oder Göttin- in der alten Mythologie)

Meine Radioniklehrerin gab mir einmal die Aufgabe über folgenden Satz zu meditieren: "Wir sind Geist und besitzen einen Körper".
Auch WIR sind Geistwesen. Unser Körper bietet unserem Geist lediglich eine Wohnstatt, um auf dieser Erde, in der materiellen Welt, Erfahrungen zu sammeln. Nicht mehr und nicht weniger.
Leider wird in unserem Kulturkreis dem Körper mehr Beachtung geschenkt als dem Geist oder der Seele. Schönheit des Körpers ist höher angesehen als Reinheit und Schönheit des Inneren- des Geistes. Wie weit unsere Kultur mit diesem Denken gekommen ist, erfahren wir heute. (und auch diese Erfahrung gehört zum Wachstum unserers Geistes dazu- es geschieht nichts umsonst auf unserer Erde).
Auch Rudolf Steiner sagt ähnliches wie Max Planck. Und zusätzlich, dass es unsere Aufgabe sei, den Geist und die Seele zu vervollkommnen. Das Schöne, Reine und die Liebe (die das Schöne und Reine in sich vereint) in uns zu erschliessen (den Geist). Dafür leben wir.
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